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Über Designwissen.net – Warum Designwissen.net?

Über Designwissen.net

"The best way to predict the future is to design it." - Buckminster Fuller

Gegen den zeitgeistig inflationären Gebrauch des Begriffes „Design“ versuchen wir behutsam auf ein präzisiertes Verständnis hinzuarbeiten. Wunschziel wäre eine diskursfähige Unterscheidung, -mehr Klasse statt Masse, die näher bestimmt, was "Design" als Arbeitsbegriff leisten könnte. "Die Bedeutung dieses Wortes ist so hohl geworden, seit es irgendetwas bezeichnet, dass selbst Experten und Marketingleute es nicht mehr definieren können." (Max Borka,  http://designwissen.net/seiten/max-borka-form-will-follow-foquismo )

Aus diesen Gründen versucht designwissen.net neben der bekannten Mensch-Objekt-Relation die erweiterten Beziehungen des Designs in Raum, Zeit und sozialer Bedeutung zu erkunden. Dabei soll ein differenziertes Verständnis von Gestaltung und Produktkultur zum Tragen kommen, das eingebunden ist in einen interaktiven, zyklischen Prozess, der immaterielle Leistungen, ökonomische Rahmenbedingungen oder soziokulturelle Vernetzungen ebenso berücksichtigt wie die bekannten Fragestellungen des Entwerfens, Gestaltens oder kreativen Problemlösens.

Die vorgestellten Inhalte sollten also nicht isoliert gesehen werden, denn ihre geistigen Voraussetzungen im Spannungsfeld zwischen geordneten Strategien und utopischem Denken, ihr soziologisches Umfeld, ihre Geschichte und Mythen, also auch jenes von Gert Selle beschriebene "verdeckt Geheimnisvolle" oder „unsichtbar Geformte und Formende“, ist als neugieriger Blick hinter die Kulissen Teil dieser Recherchen. Denn Design bleibt immer zugleich eine Zeichensprache des Unbewussten, die in Form gegossen zwar "offen-sichtlich wird, doch im Kern auch das Irrationale, Unerklärliche verbirgt. Mit seiner Magie modelliert Design unser Bewusstsein, dabei handelt sich um Einflüsse, denen sich kaum jemand entziehen kann.

 


The Only 3D Web Camera, © Hammacher Schlemmer, NY, mit freundlicher Genehmigung

 

Unsere Website greift auf das zurück, was die gegenwärtige Designdiskussion bietet, wobei die inhaltliche Auswahl immer selektiv bleibt. Begründungen designtheoretischer Studieninhalte, denen es um zukünftige kreative Potenziale geht, betonen den interdisziplinären Umgang mit Designaufgaben, denn diese haben "in unserer Wirtschafts- und Produktionswelt das vorrangige Ziel, zu konkreten Ergebnissen zu führen, besitzt jedoch Qualitäten, die auf einer Metaebene für die Auseinandersetzung mit Fragestellungen in den unterschiedlichsten Aufgabenfeldern eingesetzt werden können. Es handelt sich dabei, ausgehend von einer Aufgabenstellung, um die Fähigkeit Wissen aus verschiedenen gesellschaftlichen, wissenschaftlichen, technischen, wirtschaftlichen und künstlerischen Bereichen zu vernetzen, in ungewöhnliche Ideenkonzepte zu „übersetzen“ und durch konkrete Form auszudrücken“ (James Skone,Wien). Das ist nicht wenig.

Obwohl wir tagtäglich mit der von vielen Zeitgenossen beklagten Unübersichtlichkeit von (un-)gestalteten Objekten konfrontiert sind, ist die Auseinandersetzung mit unserer Produktwelt - und damit verbunden mit Designfragen - zur Zeit ein eher stiefmütterlich behandeltes Bildungsthema. Allerdings nimmt das pädagogische und bildungspolitische Interesse am Produktdesigns in Schulen oder der Aus- und Weiterbildung in den letzten Jahren enorm zu. Nicht zuletzt deshalb setzt eine tragfähige Verständigung über Designphänomene terminologische Klärungen, Grundkenntnisse, Sachwissen und zuverlässige Vereinbarungen voraus, - so wie es andere wissenschaftliche Disziplinen ebenfalls selbstverständlich für sich in Anspruch nehmen. Aus guten Gründen bleiben wir allerdings bescheiden und schließen uns Michael Erlhoffs skeptischem Votum an, wonach es eine in sich geschlossene Design-Theorie ebenso wenig gibt wie eine in sich ruhende, phasenweise ablaufende Design-Geschichte. Last but not least fordern neben den Lehrkräften und Vermittlern zunehmend auch Kinder und Jugendliche aus Motiven der Lebensnähe, wie neuere Untersuchungen zeigen (vgl. Keuchel 2004), die Beschäftigung mit Design und Produktkultur im Rahmen von Schule und Unterricht.

Eher als offenes System angelegt, an dem flexibel weitergearbeitet wird, oder auch als Schnittstelle zur weiteren Entfaltung interdisziplinären Wissens stellt unser online-Angebot einen umfangreichen Datenpool zur Verfügung. Durch Verlinkungen (Hyperlinks) mit vielen anderen Websites, Blogs oder Institutionen lässt er sich mühelos vernetzen. Darüber hinaus bietet designwissen.net eine inzwischen stark nachgefragte Oberfläche mit einem tauglichen Angebot von Text- und Bildbausteinen, Filmen und Handlungsangeboten, die sich mit einer Unzahl anderer Quellen kreuzen und vermischen lassen. Die Fülle der Vorschläge und Einzelpositionen erzeugt dabei ein vielgestaltiges Bild der Szene. Unsere Überlegungen beziehen sich also keineswegs vorrangig auf funktionalistische Aspekte oder eine einseitige Betonung des Ästhetischen. Denn neben dem erwähnten Designverständnis liegt uns besonders ein Transfer des „designwissens“ in lebendige designpädagogische Reflexions- und Werkpraxis am Herzen, in welcher das Weiterdenken, phantasievolles Experimentieren, kreative Erfahren, oder kooperative Arbeitsbezüge ihre Fortsetzung finden.

Die Internetplattform designwissen.net bietet vor allem Lehrkräften in unterschiedlichsten Vermittlungsinstitutionen Quellen und Anschauungsmaterial in verschiedenen Medienformen an. Diese können ohne Abgaben oder Schutzverletzungen im Sinne des Urheberrechtes von allen Beteiligten genutzt werden. In Kooperation mit den Betreibern bereits vorhandener oder im Auf- und Ausbau begriffener Contentpools zum Thema Design, vor allem aber mit dem Angebot eigenständig generierter Materialien hat das Redaktionsteam ein breites, didaktisch strukturiertes Angebot vorgelegt. Selbstverständlich sind wir offen und dankbar für Anregungen, Verbesserungen, Korrekturen oder weiterführende Beiträge. Wie immer gilt, die Nutzung ist uns lieb, Widerspruch ist uns teuer.



www.designwissen.net / Funktion und Zielorientierung

Designwissen.net ist ein nicht-kommerzielles, speziell für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zugeschnittenes Projekt zur Wissensvermittlung von Design, konzipiert und realisiert von unabhängigen Fachautorinnen und -autoren. Sie reagieren mit der Website auf den Wunsch vieler Lehrkräfte, Dozenten und Institutionen, die immer häufiger nach aktuellen Arbeitsmaterialien verlangen, mit denen das Thema Design ohne Schnickschnack lebendig vermittelt werden kann. Im Mittelpunkt stehen folglich die Möglichkeiten der Nutzung für unterrichtsbezogenes IT-Lernen, Recherchieren oder Informieren. So sind z.B. Filme zum Designprozess und zur Designvermittlung mit anerkannten Experten verfügbar, aber auch eine Fülle aktueller und historischer Objektbeispiele aus Kunst und Alltag, die virtuell erkundet werden können.
Die vielfältigen Inhalte stammen zunächst aus den designpädagogischen Arbeitszusammenhängen der Redaktionsgruppe und ihrem Netzwerk und sind in mehrjähriger Vorbereitung und teils exklusiv für die Plattform entstanden. Wie oben erläutert liegt der Schwerpunkt zunächst auf dem Produkt-Design und seiner skizzierten Didaktik. Das Redaktionsteam aus Hochschule, Ausbildungsseminar, Publizistik, Schule und Museum sammelt und sichtet fortlaufend Inhalte zum Thema Design. Unterstützt wird es von einem ebenso erfahrenen wie renommierten Beirat. Beide Gremien gewährleisten die Qualität der Inhalte. Das Projekt wird finanziert vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, der Universität Vechta, der Friedrich Stiftung und dem Unternehmen Inoutic, Bogen. (M.G./W.S.)

Projektleitung:

Dipl. Des. Marion Godau
(Designpädagogik, Universität Vechta);
Prof. Dr. Johannes Kirschenmann
(Akademie der Künste München)

Redaktion:

Projektleitung in Kooperation mit
Dipl. Des. Traugott Haas
(Designer, Designpäd. Universität Vechta);
Stud.-Dir. Dr. Werner Stehr
(Studienseminar für Gymnasien, Kassel)

Design und Umsetzung: Robert Schwermer/Continoom mit Benjamin Renes

Beirat und redaktionelle Unterstützung:

Prof. Dr. Brigitte Wolf (Köln / Wuppertal)
Susanne Kudorfer, M.A (Leitung Besucherdienst Kunstvermittlung Pinakotheken im Kunstareal München)
Stefan Wettstein (Leiter Fachbereich Gestaltung Zürcher Hochschule der Künste ZhdK)

Einstelldatum: April 2009