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Teile des Tafelgeschirrs »Arzberg 2200«

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© Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht


Teekanne, Sahnekännchen, Zuckerdose, Tasse und Teller
Hersteller: Porzellanfabrik Arzberg, Arzberg (Oberfranken)
Entwerfer: Heinrich Löffelhardt

Dieses Tafelgeschirr wurde von Heinrich Löffelhardt entworfen, der seit über einem Jahrzehnt sämtliche Neuformungen der Porzellanfabrik Arzberg entwickelt hat. Das differenzierteste Teil eines Services ist immer die   Kanne. Sie stellt den Entwerfer vor die schwierigste Aufgabe und wird zum Prüfstein seiner Fähigkeiten. Betrachten wir die Kannen der zwischen 1953 und 1960 entstandenen Formen Löffelhardts, so ist bei allen Unterscheidungen das Gemeinsame eine geschlossene, nicht unterteilte Körperform (vgl. Bild 2). Erstmalig in der neuen Form „2200" verlässt Löffelhardt diese Linie. Der Kannenkörper ist gegliedert, zeigt eine Einziehung und Absetzung der Standfläche und eine klar ausgebildete „Schulter" mit einer zylindrisch ummantelten Öffnung. Durch diese Formung wird das plastische Element, die Wölbung, betont. Löffelhardt erzielt durch diese Gliederung klare Ansatzpunkte für Henkel und Ausguss, die sich organisch dem Körper verbinden. Mit Sensibilität und Proportionsempfinden fügen sich diese Teile dem Körper ein und bilden ein in sich ruhendes Ganzes mit ausgewogenem Umriss. Bekrönt und abgeschlossen wird die Kanne von einem Deckel, der sich ebenso wie der Kannenkörper von der vorangegangenen Entwicklungslinie löst. Er besitzt die Form eines Zylinderstumpfes ohne Knauf und übergreift die Öffnung. Das Gliederungsprinzip ist bei allen Geschirrteilen sichtbar. Auch die flachen Formen wie die Teller zeigen eine abgesetzte Randzone. Die Form als Ganzes ist bei hoher linearer Lebendigkeit von zuchtvoller Spannung erfüllt und findet besonders im Teeservice ihre schönste Verwirklichung.

Funktional besitzen alle Geschirrteile eine gute Standfestigkeit. Die Henkelformen der Kanne erlauben auch großen Händen eine bequeme Handhabung; die Gusseigenschaften sind vortrefflich. Besondere technisch-funktionale Probleme brachte die neue Deckelform mit sich. Der Deckel haftet ausschließlich durch eigene Schwere so gut, dass er nicht herunterfällt, auch wenn man die Kanne bis zum letzten Tropfen leert.

Einstelldatum: September 2008