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Geschirrsystem B 110 (Porzellan)

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© Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht

Hersteller: Bauscher, Weiden;
Entwerfer: Heinz H. Engler
(Teile zw. DM 1,50 und DM 20,00; Mitte der 1970er Jahre)

Bis etwa 1930 kaufte man Porzellan als Service. Natürlich wurde schon früher zweite Wahl verkauft, und auf Dulten oder Märkten war es für den Kunden möglich, das eine oder andere Einzelstück eines Services nachzukaufen, aber dazu gehörte Glück. Das Los der Restteile eines Services war es, nachdem Hauptstücke zerbrochen waren, als >Küchengeschirr“ weiterverwendet zu werden. Diesen Brauch veränderte die Porzellanfabrik Arzberg grundsätzlich. Gleichzeitig mit der 1931 auf den Markt gebrachten und noch heute hergestellten „Form 1382“ wurde das „Sammelservice“ kreiert. Man konnte nun die Teile in zeitlichem Abstand kaufen; denn langfristige Produktion wurde garantiert. Voraussetzung dafür war eine möglichst zeitlose, also gültige, nicht von der jeweiligen Mode abhängige Form. Beides, Kauf je nach Bedarf und Möglichkeit und qualifizierte Formung fallen in die Kategorie preiswert und gut<. Hinzu muss natürlich noch generell aufgrund hoher Produktionszahlen ein günstiger Grundpreis kommen, der bei hohem Umsatz bzw. lang dauernder Marktgängigkeit eher möglich ist als bei kleinen Auflagen.

Zu Geschirren dieser Art zählen Porzellane, die auch im Hotelbereich Verwendung finden bzw. Langzeitprodukte, wie beispielsweise die Formen „Heidelberg“ von Melitta oder „Kilta“ von Wärtsilä (Arabia), die schon seit den fünfziger Jahren erhältlich sind. Während die zuletzt genannten aus farbig glasiertem Feinsteinzeug bestehen, aus einem Material also, das empfindlicher als Porzellan ist, erfüllen Hotelporzellane häufig auch im Privathaushalt die Eigenschaften „preiswert und gut“ in besonderem Maße.

Einstelldatum: September 2008