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Fernsehgerät Mallorca

© Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht
Hersteller: Metz Apparatewerke, Fürth/Bayern
Entwerfer: Herbert Oestreich
Man sehe auf die Dächer unserer Städte, Dörfer und Weiler und betrachte den Wald skurril anmutender Antennen, um sich zu überzeugen, dass Fernsehen ein Volksinformations- und Unterhaltungsmittel geworden ist. Viele haben sich die Anschaffung sauer werden lassen, und das Gerät bekam deshalb auch einen Ehrenplatz im Wohnzimmer. Vor etwa zehn Jahren konnte man auch damit ein wenig repräsentieren; und viele verlangten vom Gehäuse der bildspendenden Röhre ein bisschen Aufwand an Gold oder Chrom und edlem, geflammtem Holzfurnier, ähnlich wie ehedem vom Automobil. Inzwischen besitzt fast jeder Auto und Fernseher. Im Allgemeinen werden sie infolgedessen sachlicher beurteilt. Man sieht in ihnen mehr das, was sie eigentlich sind, nämlich technische Zweckgeräte, die einen Dienst zu erfüllen haben und, wie ehedem der gute Diener, nicht aufdringlich sein sollten. Das bedeutet nicht, dass sie unserem ästhetischen Empfinden fremd, der häuslichen Sphäre entgegenstehen sollten, vielmehr lediglich Wegnahme von unwahrhaftigem Flitter und Besinnung auf die dem technischen Gerät eigene Form. Das von dem Designer Herbert Oestreich formal entwickelte Fernsehgerät ist ein Beispiel für eine gute Lösung in obigem Sinne. Die Technik des Geräts ist in einem rechteckigen Gehäuse von angenehmen Proportionen untergebracht. In die Frontplatte aus weißem Kunststoff passte der Entwerfer ökonomisch den Bildschirm in einen leicht vorspringenden Rahmen ein. Seiner lagernden, zur Horizontalen neigenden Form hält rechts ein straff vertikal ausgerichtetes Feld, das die zu einem Block zusammengefassten Schlitze zur Tonwiedergabe, darunter Skalen und Bedienungselemente umschließt, die Waage. Durch die Auswägung der Bewegungsrichtungen und die ordnende Zusammenfassung wirkt diese Frontplatte ruhig, klar und selbstverständlich.
Einstelldatum: September 2008


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