Der Klang des Föhns
Wie klingt der Föhn am besten? Ist der Rasierer zu laut? Wo kommt das störende Geräusch bei dem Mixer her? Mit solchen Fragen beschäftigt sich Wolfgang Brey fast täglich. Der gelernte Maschinenbauer arbeitet im Geräuschelabor des Konsumgüterherstellers Braun. Er ist einer von 1000 Forschern im „German Innovation Center" von Proctor&Gamble, dem Mutterkonzern der Firma Braun.
In Kronberg beschäftigen sich die Forscher unter anderem mit Zahnbürsten, Rasierern, Föhnen und Küchengeräten. Für das möglichst perfekte Geräusch ist Wolfgang Brey zuständig. „In der Regel muss es leise und informativ sein", sagt er. So soll zum Beispiel ein Mann beim Rasieren hören, ob die Haut schon glatt oder noch stoppelig ist. Eine Ausnahme ist das Geräusch eines Föhns. Es muss kräftig klingen und darf nicht zu leise sein, denn sonst trauen die Verbraucher dem Gerät nichts zu.
Zu den Fachleuten in Sachen Rasur gehört auch Jürgen Geyer. An seinem Arbeitsplatz werden unter anderem Großaufnahmen von Bartstoppeln gemacht. Der Computer zeigt ihm jedes gewünschte Detail an. Zum Beispiel, dass eines der Haare 0,36 Millimeter lang ist und im Winkel von 29 Grad von der Haut absteht. Per Computer wird geschaut, wie gründlich und hautfreundlich ein Rasierer arbeitet. Die Tester müssen sich zum Beispiel die rechte und linke Gesichtshälfte mit unterschiedlichen Scherköpfen rasieren. „Bevor ein Produkt auf den Markt kommt, haben es mehrere 100 Probanden getestet", erzählt Geyer, der sich für Forschungszwecke manchmal nicht zu Hause, sondern erst an seinem Arbeitsplatz rasiert.
Rund um Zähne dreht sich alles bei Dirk Markgraf und Reiner Engelmann. In ihrem Labor in Kronberg werden neue Zahnbürsten getestet. Mehrere Roboter putzen dort permanent blau eingefärbte Gebisse sauber. Die Farbe soll den Zahnbelag darstellen. Die Roboter putzen die Zähne nicht wie vom Zahnarzt empfohlen, sondern schrubben sie von rechts nach links. „Das machen auch die meisten Verbraucher so, und wir wollen hier ja die Wirklichkeit simulieren", erklärt Markgraf. Auf einem Tisch stehen viele neue Produkte von Braun. So zum Beispiel eine Kinderzahnbürste, die beim Benutzen Musik macht.
Quelle: Der Text basiert auf einem Bericht der FRANKFURTER RUNDSCHAU vom 13.6.2009
Einstelldatum: Juli 2009


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