Das Ohr kauft mit!
Der Klang eines Produktes kann mindere Qualität entlarven – beispielsweise durch ein „blechernes“, klapperndes Geräusch – oder ein höherwertiges Material mittels eines „satten“, soliden Klangs simulieren. Bei den auf die Geräteleistung bezogenen Betriebsgeräuschen lassen tiefe Frequenzen Eigenschaften wie „kraftvoll“ assoziieren, wohingegen hohe Frequenzen als „gequält“ und eher unangenehm empfunden werden.
Darüber hinaus liefern Produktgeräusche akustische Rückmeldung über das ordnungsgemäße Funktionieren der Geräte. Erst wenn der Rasierer deutlich hörbar und markant „prazzelt“, vertrauen wir seiner Leistung; hingegen sollte der eine sanfte Haarentfernung versprechende „Ladyshaver“ leiser klingen und seine Sanftheit damit akustisch unterstreichen. Auch muss ein leistungsstarker Staubsauger oder Automotor eine gewisse Lautstärke besitzen, gemäß der Erwartungshaltung: starke Leistung = starkes Geräusch. Hellhörig werden wir beim „Quietschen“ und „Brummen“, denn diese Geräusche suggerieren Verschleiß oder den kurz bevorstehenden Geräteexodus.
Eine deutliche Irritation beim Betrachter lösen lautlose Produkte aus, denn sie lassen ihn im Unklaren darüber, ob das Gerät funktioniert oder in welchem Prozessstadium – beispielsweise das Mahlen oder Brühen bei einer Kaffeemaschine – es sich gerade befindet. Dies erklärt auch, warum bei Digitalkameras dem Drücken des Auslösers ein deutliches Geräusch folgt. Bei herkömmlichen Fotoapparaten lieferte der Verschlussmechanismus einen realen, aus mechanischen Prozessen resultierenden „Klick“, der die erfolgreiche Aufnahme bestätigte. Bei Digitalkameras wird dieses Klicken mangels mechanischer Geräusche elektronisch erzeugt. Die Begründung für diese Geräuschsimulation liegt in unserer über Jahrzehnte geprägten Erwartungshaltung: Erst wenn es klickt, hat's auch funktioniert.
Insbesondere die Automobilbranche betreibt einen hohen Aufwand bei der akustischen Optimierung ihrer Produkte – bis hin zur Patentierung des satten, markenspezifischen Klangs beim Zuschlagen der Autotür oder dem künstlich erzeugten, tief-knurrenden aber zugleich elegant und unaufdringlichen Röhren eines leistungsstarken Sportwagenmotors.
Früher gab es ausschließlich „natürliche“ Produktgeräusche. Sie setzten sich aus einem Zusammenspiel von mechanischen Abläufen, verwendeten Materialien und dem durch die formale Gestaltung vorgegebenen Resonanzkörper zusammen. Damals durften wir unseren Ohren noch trauen, heute ist jedes Geräusch, bis hin zum Biss in das Würstchen, perfekt gestylt. Sound Design
© Badisches Landesmuseum Karlsruhe
Textauszug aus: Design+Emotion. Produkte, die Gefühle wecken. AK Karlsruhe 2008, S. 135; Text: Heidrun Jecht

„Qualität kann man hören!“
Wie muss ein Haartrockner klingen, damit wir seiner Leistung vertrauen und ihn für gut befinden? Machen Sie den Soundcheck! Fünf Klangbeispiele stehen zur Wahl, charakterisiert von Dr. Wolfgang Brey, Chefakustiker der Firma BRAUN.
(Lesen Sie hier noch mehr zum Klang des Föhns.)
Hier sollte Adobe Flash Inhalt abgespielt werden! Bitte laden sie sich auf adobe.com die zu ihrem Browser passende Version des Flash Players herunter.
Hier sollte Adobe Flash Inhalt abgespielt werden! Bitte laden sie sich auf adobe.com die zu ihrem Browser passende Version des Flash Players herunter.
Hier sollte Adobe Flash Inhalt abgespielt werden! Bitte laden sie sich auf adobe.com die zu ihrem Browser passende Version des Flash Players herunter.
Hier sollte Adobe Flash Inhalt abgespielt werden! Bitte laden sie sich auf adobe.com die zu ihrem Browser passende Version des Flash Players herunter.
Hier sollte Adobe Flash Inhalt abgespielt werden! Bitte laden sie sich auf adobe.com die zu ihrem Browser passende Version des Flash Players herunter.
Quelle: Braun GmbH, Kronberg i. Taunus
Lesen Sie hier noch mehr zum Klang des Föhns.
Einstelldatum: April 2009


Newsfeed